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26.08.2010

Von: HR

Beteiligungsmöglichkeiten im Tarif

Der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler hat angesichts der aktuellen Diskussion um höhere Entgelte und „Nachschläge“ darauf hingewiesen, dass der Tarifabschluss von 2009 unverändert gilt. Sollen die Beschäftigten an erkennbaren Aufwärtsentwicklungen in den Betrieben beteiligt werden, enthält dieser Abschluss entsprechende Möglichkeiten - etwa das Vorziehen der für April 2011 vorgesehenen Erhöhung um 2,7 Prozent.

In einem Gespräch mit der Presseagentur dpa erklärte Wechsler, er halte vor diesem Hintergrund nichts von den „Überschriften zur Nachschlag- Diskussion“. Über ein Vorziehen der Tariferhöhung hingegen werde man intensiv mit den Betriebsräten diskutieren; im übrigen wies er auf die Möglichkeit hin, Erfolgsbeteiligungen mit den Arbeitgebern zu vereinbaren, wie dies beispielsweise BMW für seine über 70.000 Beschäftigten getan hat.

Aufschwung muss sich noch als nachhaltig erweisen

Die derzeitigen Anzeichen für eine konjunkturelle Verbesserung schätzt Wechsler noch nicht als ausreichendes Indiz dafür ein, dass die Krise überwunden ist. Er teile vielmehr die Auffassung, dass es sich dabei um eine Momentaufnahme handelt, deren Nachhaltigkeit sich erst noch erweisen muss. Unter dem Strich steht aus seiner Sicht daher weiter die Frage nach der Beschäftigung im Vordergrund.

Leiharbeitsfrage unverändert brisant

Dabei spielt auch das Thema Leiharbeit eine wesentliche Rolle: ‚‚Wenn die Arbeitgeber jetzt wieder mehr Arbeit haben, fordern wir sie auf, jetzt Festbeschäftigung statt Leiharbeit zu schaffen. Denn Leiharbeit ist ein Instrument, um insbesondere die Kosten in den Betrieben zu senken. Das war nicht Bestandteil des Tarifabschlusses 2009 beziehungsweise 2010, als wir einen sogenannten Krisentarifvertrag gemacht haben.“

Auch die zunehmende Diskussion um den Fachkräftemangel sieht Wechsler in engem Zusammenhang mit der Beschäftigung in Deutschland. Bei etwa vier Millionen Menschen ohne Arbeit konstatiert er ein „Defizit in der Frage von Qualifikation und Weiterbildung“, das man unter anderem mit geeigneten Weiterbildungstarifverträgen angehen könnte.


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