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01.02.2012

Von: HR

Proteststurm bei Nokia Siemens Networks

Bereits einen Tag nach der "Horrornachricht" (SZ) über die Abbaupläne bei Nokia Siemens Networks reagieren Belegschaften und IG Metall mit bundesweiten Protestaktionen. Allein in München versammelten sich rund 2.000 Beschäftigte nach einer Betriebsversammlung, um ihre Wut und Empörung öffentlich zu zeigen.

IG Metall-Fahnen vor der NSN-Zentrale.

Erinnerung an das BenQ-Desaster.

2.000 wütende Beschäftigte.

Update: Einen ausführlichen Bericht auch aus den NSN-Standorten Berlin und Bruchsal finden Sie im NSN-Dialog.

Kurz vor zehn eröffnete Carsten Riedl, IG Metall-Vertrauenskörperleiter bei NSN in München, die Kundgebung. Die Beschäftigten waren nach der Betriebsversammlung fast geschlossen vor das Gebäude gezogen, wo bereits KollegInnen aus dem ebenfalls bedrohten Standort Augsburg warteten.

NSN: Rette sich wer kann?

Die Stimmung bei NSN ist überall dieselbe, wie Riedl beschrieb - er zog einen Vergleich zum Unglücksschiff "Costa Concordia": "Erst steuert der Kapitän einen gefährlichen Kurs, dann kommt es zum Schiffbruch, und als das Schiff schon kippt, rutscht der Kapitän ins Rettungsboot - lange bevor alle Menschen in Sicherheit sind."

Siemens zurück ans Steuer

Der Betriebsratsvorsitzende Horst Schön blieb bei diesem Bild. Er warf Miteigner Siemens vor, als "Reeder" dem gefährlichen Treiben des NSN-Managements seit der Ausgliederung jahrelang tatenlos zugesehen zu haben. Jetzt ist Siemens gefordert, endlich wieder das Ruder zu übernehmen und seine ehemalige Kommunikationssparte auf einen vernünftigen Kurs zu bringen; die bisherige Führungscrew muss abgestzt werden. Dazu wird es, so Schön, gemeinsamen Handelns aller Beschäftigten, Betriebsräte und der IG Metall bedürfen - der heutige Protest zeigt, dass sie dazu bereit sind.

Den "Pfeifenladen" absetzen

Michael Leppek, 2. Bevollmächtigter der Münchner IG Metall und Unternehmensbeauftragter für NSN, nannte die aktuelle Situation einen Alptraum und forderte eine Zukunftsperspektive für den Standort München und NSN insgesamt. Das Management unter Rajeev Suri nannte er ohne Umschweife einen "Pfeifenladen", der abgesetzt werden muss. Statt dessen sieht auch er Siemens in der Pflicht und kündigte unter viel Beifall an, dies dem Management deutlich in Erinnerung zu rufen: "Das hier ist erst der Auftakt. Wir machen gemeinsam weiter, mit Aktionen bundesweit und wenn es sein muss auch bei Siemens auf dem Wittelsbacherplatz!"

Update: Einen ausführlichen Bericht auch aus den NSN-Standorten Berlin und Bruchsal finden Sie im NSN-Dialog.


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