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28.07.2015
IG Metall Bayern kritisiert Pläne der Bosch Rexroth AG

(Pressedienst 51/2015: Risiken für Standorte und Beschäftigung) Die Bosch Rexroth AG hat am 28. Juli Pläne bekannt gegeben, ihren Geschäftsbereich „Mobile Anwendungen“ angesichts steigenden Wettbewerbsdrucks und rückläufiger Nachfrage mit einem Kostensenkungsprogramm über 450 Millionen Euro zukunftsfähig zu machen. Die IG Metall Bayern räumt grundsätzlich Handlungsbedarf ein, bewertet aber die nun vorgestellten Pläne kritisch.

Bosch Rexroth schließt unter anderem einen Personalabbau explizit nicht aus, nennt jedoch keine Größenordnung in diesem Zusammenhang. Die Pläne des Unternehmens betreffen sechs deutsche Standorte, darunter in Bayern Augsfeld, Elchingen und Lohr.

Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler erklärte in einer ersten Reaktion: „Es ist schwer vorstellbar, dass Bosch Rexroth indirekt bereits einen Arbeitsplatzabbau ankündigt, aber noch keine konkreten Details nennen kann. Was bisher auf dem Tisch liegt, vermittelt den Eindruck, das Unternehmen wolle eine drohende Schieflage vor allem auf Kosten der Beschäftigten korrigieren. Zu diesem Eindruck trägt bei, dass die Geschäftsführung die Arbeitnehmerseite erst relativ spät über ihre Planung informiert hat und dabei mit einem entscheidenden Faktor - konkreten Abbauzahlen - hinter dem Berg hält.“

Aus Sicht der IG Metall gehen die bisher bekannt gegebenen Absichten von Bosch Rexroth an den tieferen Ursachen der Probleme vorbei, so Wechsler: „Ineffiziente Prozesse, Lücken im Geschäftsmodell, Management-Fehler und nicht zuletzt eine problematische Führungskultur bekommt man nicht in den Griff, indem man auf Biegen und Brechen die Personalkosten drückt. Solche Schnellschüsse haben in der Vergangenheit nie funktioniert und werden auch in Zukunft das Ziel verfehlen. Um Bosch Rexroth, seine Betriebe und ihre Arbeitsplätze fit für die Zukunft zu machen, braucht es vernünftige, auf lange Sicht tragfähige Alternativkonzepte.“

Ein weiterer Kritikpunkt sind die nicht vollständig abschätzbaren langfristigen Konsequenzen der geplanten Maßnahmen für andere Geschäftsbereiche und die aktuell betroffenen Standorte insgesamt. Es ist nicht zuverlässig auszuschließen, dass aufgrund des damit potenziell verbundenen Substanzverlustes an manchen Stellen kritische Grenze unterschritten werden, warnt Wechsler: „Dieses Schema wäre nicht das erste Mal zu beobachten: Hier verkleinern, da verlagern, und am Ende ist ein Standort oder ein Bereich auf einmal nicht mehr groß genug, um profitabel weiterzumachen.“

Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat der Bosch Rexroth AG werden nun zunächst offene Fragen zu Details der Pläne mit dem Unternehmen abklären und sich in der Folge mit aller Kraft für ein nachhaltiges Alternativkonzept einsetzen. Die IG Metall Bayern begrüßt in diesem Zusammenhang die erklärte Absicht des Unternehmens, sein Gesamtkonzept in offenen Gesprächen zu diskutieren und mit den Arbeitnehmervertretern einen gemeinsamen Weg zu finden. Diese Absicht muss allerdings in der Praxis auch konsequent umgesetzt werden, betont Wechsler: „Wir werden uns nicht kritiklos den Vorstellungen des Managements anschließen, sondern erwarten Gespräche auf gleicher Augenhöhe und eine entsprechende Berücksichtigung unserer Vorschläge. Daran werden wir das Unternehmen am Ende messen.“

Mittelfristig muss Bosch Rexroth sein Geschäft auf Wachstum und die Erschließung neuer Markte und Branchen ausrichten. Eventuelle tiefe Einschnitte in die Beschäftigung auf diesem Weg weist die Arbeitnehmerseite ebenso zurück wie mögliche Versuche, die Standorte gegeneinander auszuspielen. Abschließend stellt Wechsler nachdrücklich klar: „Ich hoffe, dass Bosch Rexroth sich keine Illusionen hinsichtlich unserer Bereitschaft macht, um die betroffenen Standorte zu kämpfen.“

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