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05.12.2016
"Mit Betriebsgewerkschaften verlieren die Arbeitnehmer"

Bei VW in Bratislava ringt die slowakische Metallgewerkschaft OZ KOVO mit einer Betriebsgewerkschaft um die Vertretung der Beschäftigten. Die bayerische IG Metall steht hinter der OZ KOVO, betonte Bezirksleiter Jürgen Wechsler bei einem Besuch: "Betriebsgewerkschaften entfachen einen Konkurrenzkampf zwischen Gewerkschaften und Beschäftigten. Verlierer sind am Ende immer die Arbeitnehmer."

Emil Machyna und Jürgen Wechsler unterzeichneten die Erklärung von OZ KOVO und IG Metall Bayern gemeinsam in Bratislava.

Ein Großteil der Beschäftigten ist von der OZ KOVO in die neue Betriebsgewerkschaft "Moderne" übergetreten, was die IG Metall als Schwächung der Interessenvertretung und der internationalen Zusammenarbeit der Gewerkschaften bewertet.

Wechsler besuchte daher am zweiten Dezember die OZ KOVO und erklärte die Unterstützung für sie: "Betriebsgewerkschaften schauen nur auf den eigenen Betrieb. Sie kümmern sich nicht um wirtschaftliche, sozialpolitische und tarifpolitische Entwicklungen in der gesamten Branche oder im ganzen Land. Beschäftigte sind aber nur dann stark, wenn sie sich mit anderen Beschäftigten zusammenschließen, über die Grenzen von einzelnen Werken und auch Konzernen hinweg. Deshalb gibt es in Deutschland Branchengewerkschaften, welche die Interessen aller Beschäftigten vertreten."

Er verwies auf das deutsche Modell der Branchengewerkschaften, die übergreifende Flächentarifverträge möglich machen: "Nur die geballte Kraft all dieser Beschäftigten ermöglicht uns, einen hervorragenden Tarifvertrag mit sehr guten Löhnen und Arbeitsbedingungen für alle abzuschließen."

Die OZ KOVO ist aus Sicht der IG Metall Bayern auch für die angesichts der Globalisierung unverzichtbare Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg der bessere Partner. Wechsler erinnerte an das "Wiener Memorandum", in dem sich die bereits 1999 Metallgewerkschaften aus Deutschland, der Slowakei, Tschechien, Österreich, Ungarn und Slowenien zusammentaten: "Durch die Zusammenarbeit im ‚Wiener Memorandum‘ gelingt es uns gemeinsam, die Arbeitsbedingungen der Metallbeschäftigten in allen beteiligten Ländern zu verbessern." Der langjährige Vorsitzende der OZ KOVO, Emil Machyna, hatte das "Wiener Memorandum" persönlich unterschrieben und arbeitet seitdem aktiv im Sinne der internationalen Kooperation mit.

Der Übertritt vieler VW-Beschäftigter im Werk in Bratislava in eine Betriebsgewerkschaft gefährdet diese fruchtbare Zusammenarbeit, denn die Betriebsgewerkschaft beteiligt sich weder am "Wiener Memorandum", noch an anderen europäischen und weltweiten Dachverbänden der Metallgewerkschaften. Wechsler betonte daher abschließend: "Gewerkschaftskonkurrenz nutzt nur den Arbeitgebern und nicht den Beschäftigten. Unsere Solidarität und Unterstützung gilt der OZ KOVO. Wir fordern die Beschäftigten bei VW Bratislava auf, gemeinsam ihren Beitrag für eine starke OZ KOVO zu leisten."

Dateien:
OZKOVO-D.PDF

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