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12.10.2017
Vbm im Balanceakt

Die Forderungsempfehlung des IG Metall-Vorstandes lässt dem vbm offenbar keine Ruhe – obwohl die eigentliche Forderung noch gar nicht steht, sondern erst noch durch die Tarifkommission zu beschließen ist.

Dennoch hat sich der vbm daher am 12. Oktober mit dem Appell an die Öffentlichkeit gewandt, man müsse die "Balance zwischen Zeitsouveränität und Flexibilisierungsbedarf" bewahren.

Eigentlich ist dazu zumindest derzeit wenig zu sagen, was sich in der via ots verbreiteten Meldung in Allgemeinplätzen niederschlägt: "Die Arbeit muss erledigt werden - und zwar dann, wenn sie anfällt", und: "Es gilt, die Balance zwischen Zeitsouveränität der Arbeitnehmer und dem Flexibilisierungsbedarf der Arbeitgeber zu bewahren". Gegen beides ist im Grundsatz nichts einzuwenden, weshalb der Bogen zum eigentlichen Anliegen auch etwas bemüht wirkt.

Was die Arbeitgeber nämlich offenbar vor allem umtreibt, ist die Feststellung der IG Metall, dass die Beschäftigten mehr über ihre Arbeitszeit mitbestimmen wollen. Dagegen haben sie eine Reihe mittlerweile bekannter Einwände, die freilich bei näherem Hinsehen wenig überzeugen: Die große Mehrheit der Beschäftigten kann kurzfristig einmal frei nehmen, 24 Prozent können mobil arbeiten, "nahezu zwei Drittel" aller Schichtarbeiter klagen nicht über kurzfristige Änderungen.

So weit, so gut. Der Unterschied entsteht allerdings bei der Schlussfolgerung aus diesen Erkenntnissen. Der vbm stellt "ein faires Geben und Nehmen" fest und warnt davor, diesen Status anzutasten. Was er wohlweislich unterschlägt ist die Tatsache, dass eine kurzfristig genommene Stunde oder ein Tag zwar besser ist als gar nichts, aber eben doch nur eine Ausnahmelösung. Gerade mit Blick auf Lebensphase mit Kinderbetreuung oder Pflege ist jedoch mehr nötig. Es muss möglich sein, die Arbeitszeit ohne berufliche Nachteile solchen Phasen anzupassen.

Vielleicht wollte der vbm einfach am Tag vor seinem Kongress "Arbeitszeit – Wettbewerbsfähigkeit durch flexible Regelungen stärken" etwas Aufmerksamkeit wecken. Vielleicht kommt aber angesichts der ersten medialen Reaktionen auf die Forderungsempfehlung auch Unruhe bei den Arbeitgebern auf. Gerade die Aussicht auf eine Arbeitszeitforderung nämlich stößt auf ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit und einen eher positiven Tenor: "Die IG Metall liegt mit ihren Forderungen total im Trend", fasste die Süddeutsche Zeitung treffend in einem Videobeitrag zusammen.

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